Frühaufstehertexte: Sonne

Baum / schokotexte.de

Der starke Regen hat sich plötzlich doch verzogen und der Himmel wölbt sich strahlend blau, als ich losgehe. Die Vögel singen, es liegt tatsächlich das Gefühl von Frühling in der Luft. Dazu der intensive Duft von Tannen und Regenfeuchte.

Als ich so durch die Straße laufe, muss ich feststellen: Unser Garten scheint ein Ausnahmeterritorium zu sein, immer schon – denn in gefühlt allen anderen Gärten entdecke ich Schneeglöckchen und sogar Weidenkätzchen. Bei uns kommt gar nix…

Ich biege ab. Die Sonne spiegelt sich in den Pfützen und blendet mich, als ich den kleinen Weg zur Hauptstraße hindurch gehe.

Morgens In der U-Bahn zu schreiben ist anderes, das merke ich schnell: ich bin abgelenkter, schaue zwischendurch aus dem Fenster oder blicke neue Mitreisende an. Oh, einmal die Tasche wegnehmen bitte! Ja, gerne.

Das Schreiben gleich nach dem Aufstehen hat eine andere Qualität. Alles ist noch ruhig. Der Tag hat noch nicht begonnen, auch wenn meine Gedanken schon warm laufen.

Trotzdem: auch die Zeit in der U-Bahn gehört mir. Da ich dreimal umsteige, ist sie allerdings etwas zerrissen. Aber ich kann selber entscheiden, ob ich döse, Zeitung lese oder (wie meist) das Mobiltelefon zücke. Ich-Zeit. Meist checke ich tatsächlich schon die Social Media Kanäle: die Fahrt zur Arbeit ist also eigentlich schon der Beginn der Arbeit.

Gleich muss ich umsteigen. Ich freue mich über das Wetter, und auf heute Abend, da habe ich etwas Nettes vor! Eine gute Motivation für den restlichen Tag eigentlich. Spannend, wie unterschiedlich ich Morgende wahrnehme. Mal bin ich müde, vielleicht noch unlustig oder gernervt. Dazu Nieselregen (wie gestern!). An Tagen wie heute lässt mich die Sonne schon auf positivbe Gedanken kommen, ich bin motivierter und fröhlicher.

So, die Bahn bremst, ich muss weiter… Einen schönen Tag für euch!

Frühaufstehertexte: Routine

blau | schokotexte.de

 

Ob sich schon eine Routine entwickelt? Ich lag eben schon wieder eine halbe Stunde wach, bevor ich mich aus dem Bett schälte. Dieses Rumliegen zwischen Einschlafen und Kopfkino führt natürlich zu nix, aber gleichzeitig finde ich den Schritt „aus dem Bett“, um in den Tag zu starten, unglaublich schwer. Immer schon.

Aber heute habe ich Tee. Zwar den Rest von gestern Abend, aber mit meiner guten Thermoskanne kein Problem, er ist noch warm. Auch mein warmer Pulli liegt jetzt morgens bereit. Wenn ich allerdings in mich hineinfühle, habe ich die Kopfschmerzen von gestern über die Nacht „gerettet“, was kein echter Erfolg ist. Zum Morgenglück fehlt eigenltich auch noch eine Runde Yoga…

Gestern habe ich mir überlegt, dass es ganz interessant wäre, wenn ich mir ein Thema für (je)den Tag suche. Keine Ahnung, ob das funktioniert – als Startversuch ploppte „BLAU“ in mein Gehirn. Das ist also das Motto für heute. Ich schaue mich um und entdecke natürlich ein paar blaue Dinge um mich herum: Die alten Tee- und Kaffeedosen, in denen meine Stifte lagern, haben ein schönes Blau im Muster. Der Kalender dort. Mein Schreibbuch. Ein paar Bücher und eine Pflasterpackung (was macht die überhaupt hier!?). Da ich heute jedenfalls viel vorhabe, finde ich bestimmt ein paar inspirierende blaue Motive.

Auch ja, und Routine: Ich las gestern, dass Routinen uns Sicherheit geben und Vertrauen. Und besonders religiöse Routinen, also auch z.B. Weihnachten, nicht aus ihrem Kontext gelöst werden dürfen, weil sie sonst sinnentleert sind und nur noch „Form“. Oder das Heiraten in einer Kirche nur noch das Setting für eine Hochzeit, nicht mehr seine Sinnstiftung.

Das kann ich nicht wirklich 1:1 auf mein frühes Aufstehen übertragen, aber ich finde den Gedankengang sehr spannend, einmal zu überlegen, welche Routinen im Leben vielleicht nur noch „Hüllen“ sind. Puh, das ist aber tiefgründig heute morgen!

Ganz langsam BLAU wird dagegen gerade der Himmel draußen. Ich bin gespannt auf diesen neuen Tag – und wünsche euch einen guten Start!

Frühaufstehertexte: Eulen

Sonne | schokotexte.de

Es muss zielich kalt sein heute Morgen, die Autos und Dächer sind vereist. Ich bin übrigens etwas stolz, dass ich es auch heute wieder an den Schreibtisch geschafft habe! Das war toll gestern: Ich habe diese halbe Stunde tatsächlich genossen, so früh es auch war!

Und irgendwie war ich den ganzen Tag „klarer“ und sehr energiegeladen. Nachmittags las ich mir meinen gestrigen Text noch einmal durch, und es kam mir vor, als hätte ich ihn bereits Tage zurvor geschrieben, nicht erst am selben Morgen…

Heute turnt der Kater die ganze Zeit in meinem Arm umher und kann sich nicht entscheiden, wie er liegen möchte. Geht’s vielleicht mal?

Der Nachbar fährt um diese Uhrzeit (mit dem Fahrrad!) los zur Arbeit, sehe ich gerade. Holla, Respekt. Gestern fiel mir ein, dass meine Mutter auch früher immer sehr früh aufstand, viertel vor sechs oder so. Erst die Kinder wecken, Frühstück machen, mit dem Hund rausgehen, wir inklusive meinem Vater frühstückten dann gemeinsam, alle gingen weg, und als letzte verließ sie ebenfalls das Haus. Als Kind findet man das irgendwie total normal. Heute habe ich davor riesigen Respekt…

Kann man dieses Frühaufstehen tatsächlich lernen? Wie ihr merkt, ist es für mich wirklich ein Thema 😉 – ich bin eine Eule. Neulich las ich allerdings, dass die wenigsten Menschen tatsächlich ausgeprägte Eulen oder Lerchen sind – allerdings zwingen uns ja der Job, die Schule oder die Familie auch zu anderen Zeiten aus den Federn. Ich genoss es jedenfalls schon als Kind, abends, wenn alle anderen im Bett waren, Zeit für mich zu haben und räumte dann z.B. gerne mal mein Zimmer um. Als Studentin lernte bzw. arbeitete ich bis nachts um zwei, das war einfach mein Rhythmus. Dann störte mich das Tagesgeschehen nicht mehr.

Der Kater ist jetzt zwar ruhig, aber der Wecker klingelt gerade, und die Dämmerung setzt ein. Ich werde meine Eulengedanken also mitnehmen und in den Tag hinaus tragen!

P.S.: Das Foto zeigt übrigens den wunderschönen Tagesstart gestern!

Frühaufstehertexte: Morgenkater

Morgenkater | schokotexte.de

 

Es ist eigentlich gar nicht meine Zeit. Der Montagmorgen-Autoverkehr braust draußen trotzdem schon über die nahe Hauptstraße. Heute habe ich es getan: Lange schon hatte ich vor, mal morgens das Schreiben zu probieren. Und wie oft wache ich morgens vor dem Wecker auf, drehe mich -zigmal um, versuche wieder einzuschlafen. Schiebe Gedanken von A nach B. Kopfkino galore! Bringt natürlich gar nichts. Trotzdem bleibe ich liegen in der Hoffnung, doch noch etwas Schlaf zu bekommen.

Heute nicht. Naja, doch: zuerst schon. Aber dann plingte wieder dieser Gedanke auf: Steh doch auf und schreib.

Vielleicht bin ich heute morgen einfach wacher. Habe gestern nämlich tatsächlich mal ausgeschlafen! Das mache ich gar nicht mehr. Früher, ja früher. Heute beobachten wir eher grinsend die Teenager, die sich mittags aus dem Bett quälen. Und haben da schon das Frühstück und den Wochenendeinkauf erledigt.

Morgenkater | schokotexte.de

Heute dagegen war ich noch vor dem Kater wach, der noch gestern Morgen das „Klagekonzert der noch nie im Leben gefütterten Katze“ angestimmt hatte. Heute hopste er verwundert und verschlafen von der gemütlichen Wolldecke in seiner Kommodenecke und war ganz aufgeregt. Inzwischen hat er seinen Kuschelplatz in meinem Arm gefunden.

Ich sitze also hier und versuche meine Augen zu überreden, das Bild scharf zu stellen. Notiz an mich selbst: Mal wieder zum Optiker gehen. Diese verd—– „Altersweitsichtigkeit“ (aaaah, allein dieses Wort!) nimmt echt zu. Heißt: Die Schrift auf dem Bildschirm wird immer unschärfer. Böse.

Themen, ich muss darf kann möchte Themen finden. Aber brauche ich das? Fließen lassen, einfach so. Ins Blaue hinein schreiben. Schauen, was der Tagesbeginn mit mir macht, noch bevor E-Mails geladen werden oder Social Media Profile Neuigkeiten in den Kopf spülen. Oder, und das ist fast die größte „Gefahr“: bevor das Kopfkino weiter sendet. Montag morgen, was steht heute an, welche Termine, welche Aufgaben hält der Job bereit, habe ich heute Abend noch etwas vor?

Morgenkater | schokotexte.de

Der Kater schnurrt und gurrt in meinem Arm – und seufzt tief. Entspannen. Ommm. Kein Kopfkino. Einfach den Moment genießen. Sich mal locker machen. Warum kann ich das so schlecht? Gestern, apropos locker, stand ich endlich mal wieder da, um Sport zu machen. Meine Lieblingsvorturnerin hatte neue Kurse online, und ich versuchte mich an ihrem Rückenyoga. Ganz gut, aber ich kam mir unglaublich ungelenkig vor, als es zwischendrin eine ganze Sequenz aus Figuren gab, von denen ich bestenfalls mal gehört hatte.

Es zieht von rechts, vom Fenster. Ich lege mir erst mal eine Decke um die Schultern. In acht Minuten klingelt mein Wecker. Der Kater springt auf und wird langsam ungeduldig, er möchte sein Fressen endlich bekommen. Ja, gleich.

Also, Zeit für ein Fazit: Eigentlich mag ich das hier. Es stresst nicht, weil es kein Thema braucht und einfach laufen darf. Schaffe ich das öfter? Keine Ahnung – aber keinen Druck aufbauen. Andererseits bin ich – und das merke ich immer stärker – auch ein Gewohnheitstier. Gestern las ich, man könnte Gewohnheiten innerhalb von drei Wochen ändern bzw. neue Routinen in dieser Zeit einführen. So lange braucht das Gehirn mindestens, um sich darauf einzustellen. Ich darf also nicht enttäuscht sein, wenn ich morgen noch nicht die coole Frühaufsteherin bin…

Es surrt neben mir. Snooze! Sitz! Also dann: auf Wiedersehen, Morgentext, ich entlasse dich jetzt. Und springe ab in die Dusche und auf in einen neuen Tag!

 

 

Regelmäßig schreiben – ganz schön schwer

Himmel | schokotexte.de

Jaaa, Vorsätze sind immer gut. Ich merke aber, dass ich es im Alltag nicht schaffe, regelmäßig zu schreiben, auch wenn ich das a) gut finden würde und b) gerne schreibe.

Aber dafür NOCH früher aufstehen? No way. Ich bin eh eine Eule und quäle mich daher morgens eher aus dem Bett, anstatt elanvoll aufzuspringen, um freudig mein Tagwerk zu beginnen. Heute ist wieder Sonntag, das Kaminfeuer prasselt gemütlich und die Katzen lungern wieder um mich herum. In so einer friedlichen Atmosphäre bin ich entspannt genug. Alles Wichtige ist erledigt (die gesamte to-do-Liste für’s Wochenende!!).

Also: Ich kann gut schreiben, wenn…

  • ich keine anderen drängenden Dinge auf dem Zettel habe
  • ich entspannt bin
  • ich dafür nichts anderes verschieben / aufgeben muss

Ich möchte noch ausprobieren…

  • ob ich in der U-Bahn schreiben kann
  • ob ich einen regelmäßigen Feierabend-Termin zum Schreiben umsetzen könnte
  • ob mir diese Story Cubes weiter helfen – kennt ihr die?

Mal schauen, welche dieser Punkte ich in der kommenden Woche umsetze! Vielleicht entwickelt sich das hier ja zu einer Art Tagebuch über das Schreiben! 😉

 

Sonntag mit Urlaub und ohne Baum

Sonnenaufgang | schokotexte.de

Ein Sonntagsfrieden: Die Spülmaschine brummt sanft, die beiden Kater haben sich jeweils auf dem Sofa eingerollt, und ich strecke die Beine unter der warmen Wolldecke aus.

Nebenbei darf der Fernseher mich mit Wintersport berieseln (ich liebe das – allerdings nur passiv. Irgendwie entspannt mich das!). Der Mann ist ausgeflogen und holt die Tochter ab: Ich-Zeit!

Zum Glück geht das heute, denn gestern konnte man nicht vor die Tür: Eisregen und extremes Glatteis. Beim ersten Blick vor die Tür dachte ich morgens noch: „Ist ja gar nichts!“, doch dann setzte der Schneeregen ein – und gefror sofort. Wir verschoben unsere Pläne, einkaufen zu gehen, immer weiter nach hinten.

Eis | schokotexte.de

„Ich will wieder an die Nordsee, ich will zurück nach Westerland!“

Dafür planten wir unseren Sommerurlaub, und YEAH, wir wollen jetzt nach Sylt fahren! Seit das feststeht, freue ich mich total, denn ich mag die Nordsee sehr sehr. Leider ergibt sich ja im Alltag viel zu selten die Möglichkeit, „einfach mal“ rauszufahren – denn eigentlich weit ist das nicht weg von Hamburg aus. Allerdings ist die Ostsee tatsächlich näher dran, wenn eben auch „unspetakulärer“, da es keine Gezeiten gibt, weniger Wellen und weniger Dünen.

Nun also Sommer auf Sylt: ich war tatsächlich als Kind zuletzt dort und habe nur wenige und sehr verschwommene Erinnerungen. Dafür machte ich ein paar mal Urlaub auf Föhr und Amrum. Und merke jedesmal, wenn ich im Norden bin, wie sehr mir diese Weite guttut. Flach, nix außer Wiesen, ein paar Wassergräben und Schafe. Und MEER. Ich weiß jetzt schon: Meine Kamera und ich werden ständig zusammen sein und viele, viele Fotos machen. Den Kopf und den Speicher füllen mit Weite und Erholung.

Bis dahin verbringe ich also die Zeit mit Vorfreude, Reiselektüre und -planungen.

Wehmütig entweihnachten

Was wir gestern noch geschafft haben: Schweren Herzens den (schon sehr nadelnden!) Weihnachtsbaum rausschmeißen. Dabei setzten wir außerdem endlich ein Projekt um, das schon lange fällig war: Weihnachtsdeko aussortieren! Das fällt wahrscheinlich jetzt viel leichter als in der Adventsszeit, und tatsächlich flogen 2/3 der Dinge raus. Abblätternde Kugeln, zerknickte Wachssterne, zerbröselnde Strohdeko; alt, kaputt, nie benutzt – also Tschüß. Auch herkömmliche Lichterketten, die wir schon vor zwei Jahren durch moderne und stromsparende LEDs ersetzt hatten, durften gehen. Hach, das ist reinigend!

Eis | schokotexte.de

Und trotzdem: So ganz Abschied nehmen wollten wir noch nicht. Unsere beleuchteten Fenstersterne dürfen noch bleiben, denn dunkel und ungemütlich ist es draußen trotzdem, und die Sterne zaubern eine gemütliche Atmosphäre mit ihrem warmen Licht.

Abendlicher Ausklang mit Maigret

Da das Glatteis auch weiterhin den Einkauf verhinderte und wir nichts Dringendes brauchten, kochten wir aus den Vorräten ein leckeres Abendessen und schauten später die neue Kommissar-Maigret-Verfilmung mit Rowan Atkinson – sehr gelungen, fand ich! Stimmungsvolle Bilder aus dem Paris der 1950er Jahre, alle Kommissare trugen immer Hüte und rauchten wie blöd, die Damen mit bunten Kleidern und schicken Frisuren – und ein einmal ganz anderer Rowan Atkinson als Hauptdarsteller: herrlich!

Ich genieße nun weiter den Sonntag bei einer guten Kanne Tee und wünsche euch ebenfalls noch ein entspanntes Wochenende!

 

Schreiben!

schreiben | schokotexte.de

Ich schreibe gerne. Meine Arbeit hat damit zu tun, und ich fand es immer schon beruhigend und wohltuend, meine Gedanken aufs Papier zu bringen. Oder auf den Bildschirm!

Auch das spielte eine Rolle, als ich vor Jahren mit dem Bloggen begann. Und es bleibt ja in gewissem Sinne auch etwas von mir da. Für mich, für andere. Zum Beispiel erinnere ich nicht mehr in allen Einzelheiten an die Bücher, die ich vor sieben Jahren gelesen habe. Lese ich allerdings meine eigenen Buchbesprechnungen, steigen die Bilder wieder in meinen Kopf und ich erinnere mich wieder gut an die Stimmung, an meine damaligen Leseeindrücke.

Wirklich schwierig finde ich das Schreiben nie. Mir fehlt manchmal eher ein Thema, ein Anlass. Steht das, fließen die Worte aus mir. Die typische Schreibblockade kenne ich daher also eigentlich nicht. Aber eine „Themenblockade“ schon… 😉

Oft spielt allerdings die Struktur eine Rolle. Ich puzzle ja gerne an meinen Blogs herum. Habe seit 2010 viel verändert, Neues angefangen oder Bewährtes verändert. Manches Blog hat deswegen seine Zeit hinter sich – und heute ist es eigentlich schon wieder so weit!

Neu und alt zusammen

Lange hieß mein Blog „irgendwie schön“. Ein Name, der „irgendwie“ nach Vielem klang, mir aber nicht mehr gefiel: zu unentschlossen, zu unspezifisch, zu wenig Inga. Das schlug sich zuletzt darin nieder, dass ich das Blog nicht mehr nutzte.

Trotzdem wollte ich nicht alles löschen. Sowohl die schon älteren Buchbesprechungen als auch meine Beiträge über Reise- und Ausflugsziele (und auch über unseren Kater, der vorletztes Jahr starb) sind mir immer noch lieb und wichtig. Sie sollen bleiben. Daher schmiss ich „mal kurz“ wieder alles um, zog den Blog auf die neue Domain um: schokotexte.de! Der Name passt und ergänzt meine anderen Blogs: den schokofisch (über Social Media, Wort & Web) und die schokogiraffe (über Hochsensibilität).

Schreiben: Jetzt los!

Um zum Ausgangspunkt zurückzukommen: Ich möchte mehr schreiben, und das kann ich zukünftig hier. Inspiriert dazu haben mich verschiedene Artikel, u.a. von Klaus Eck auf Medium, von Wibke Ladwig mit ihren Notizen sowie die von ihr erwähnte Sarah aka pinkfisch, die sehr schön beschreibt, wie es ist, jetzt endlich mal loszuschreiben.

Ich bin noch nicht sicher, wie es mit dem Schreiben vonstatten gehen soll. Morgens? Wäre schön, aber das schaffe ich bestimmt nicht: Ich bin eher eine Nachteule als eine Lerche. Abends? Ist ja auch Paarzeit. Ich probiere also mal verschiedene Möglichkeit aus, und hoffe, dass sich eine tägliche Routine entwickeln wird.

Ein Neujahrsvorsatz? Vielleicht. Aber vielmehr ein neuer Schwung Kreativität, der auch meine Arbeit und mein Denken positiv beeinflussen darf. 🙂

[Lesetipp] Anne Jacobs: Die Tuchvilla

„Für alle Liebhaber von Downton Abbey!“ – Kennt ihr solche Empfehlungen auch? Auf Büchern oder bei TV-Tipps liest man so etwas immer wieder. HEUTE allerdings muss ich für „Die Tuchvilla“ sagen: Es stimmt!

"DieLange habe ich mich nicht mehr so schnell festgesaugt in einem Roman, mich lange nicht mehr so schnell fesseln lassen. Zugegeben: Ich liebe historische Romane, egal aus welchem Zeitalter.

Und ich mag Lebens-Geschichten, also biografisch angehauchte Bücher. Und ja, ein gewisser Kitschalarm lässt sich bei den meisten historischen Romanen auch nicht leugnen.

Doch die „Tuchvilla“ hatte für mich von allem, was es braucht, etwas:

  • eine beeindruckende Hauptfigur: Marie, Waisenkind, weiß kaum etwas über ihre Eltern
  • ein strahlendes Setting: Die Tuchvilla gehört dem Fabrikanten Johann Melzer, der in Augsburg Stoffe herstellt. Ähnlich wie in Downton Abbey gibt es die Herrschaft und die Dienstboten-Ebene mit jeweils all ihren Schicksalen und Verkettungen miteinander. Die Villa selbst ist dabei Dreh- und Angelpunkt
  • eine breite Palette von Gefühl und Emotion: Drama und Leidenschaft, (un)glückliche Liebe und Schicksal, Streit und Versöhnung, Glanz und Gloria – das alles gehört natürlich auch zur „Tuchvilla“

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[Lesetipp] Viveca Sten: Tödliche Nachbarschaft

Ganz frisch erschienen: „Tödliche Nachbarschaft“, der 7. Band aus Viceca Stens Krimireihe mit Kommissar Thomas Andreasson. Das Buch startet ein wenig langsamer als seine Vorgänger – und in London.

Der dort lebende Schwede Carsten Jonsson arbeitet als Risikoinvestor und treibt Geschäfte mit russischen Partnern – nicht immer ganz sauber, aber scheinbar sehr gewinnbringend.

Auf der schwedischen Schäreninsel Sandhamn investiert er in ein Haus – allerdings sprengt dieses alle Ausmaße an Größe und Vorstellungskraft: So einen Prachtbau haben die Bewohner der Insel dort bisher noch nie gesehen, und wollen dies eigentlich auch gar nicht. Viel zu protzig, viel zu groß. Für eine bisher nicht möglich gehaltene Summe soll das Grundstück an Jonsson verkauft worden sein.

"buchhandel.de/Und schnell gibt es auch Streit mit Nachbarn: Steht der Steg etwa zu nah am nächsten Grundstück? Verwehrt der neue Nachbar den Inselbewohnern den Durchgang am Strand, wie es eigentlich üblich ist? Und: Warum hat der „Auslandsschwede“ das Haus eigentlich gerade auf Sandhamn gebaut?

Alles im Umbruch

Kriminalkommissar Thomas Andreasson hat derweil ganz andere Sorgen. Sein Job erfordert immer mehr bürokratische Arbeit und macht ihm immer weniger Spaß. Unlustig schleppt er sich durch die Arbeitstage und überlegt tatsächlich, ob eine andere Arbeit nicht das Richtige wäre. Sein ehemaliger Kollege hätte da auch bereits eine Idee…

Seine Freundin Nora hat diesen Schritt bereits getan und ist inzwischen – das Buch spielt mehr als drei Jahre nach dem 6. Band – nicht nur erneut Mutter geworden, sondern arbeitet außerdem bei der Behörde zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität.

Tatsächlich dauert es etwas, bis es in diesem Band zur Katastrophe kommt: Bei einem Brandanschlag wird ein Mensch getötet. Und Thomas Andreasson und Nora suchen beide nach Motiven und Hintergründen, die Carsten Jonsson im Fokus haben. Denn eins steht schnell fest: Etwas stimmt da nicht…

Lesen? Auf jeden Fall!

Sandhamn, Viveca Sten © Inga von Thomsen
Viveca Sten

Trotz der schon erwähnten etwas ruhigeren Erzählweise lohnt sich das Buch: Die beiden Protagonisten Thomas und Nora stehen vor Veränderungen oder haben diese gerade hinter sich. Spannend fand ich die Entwicklung, wie Thomas mit seinem neuen Ermittlungspartner Aram zusammenarbeitet. Und ob er weiterhin bei der Polizei bleiben wird – das werden wir wohl erst im nächsten Band erfahren.

Viveca Sten hat wieder ein lesenswertes Buch geschrieben – eines, das ihr persönlich sehr schwer fiel. Im Nachwort erwähnt sie selber: „Es war trotzig und sträubte sich die meiste Zeit.“

Als wir sie 2015 auf Sandhamn besuchen konnten, erzählte sie ein wenig von diesen Monaten: Ein naher Angehöriger erkrankte – und natürlich waren Vivecas Gedanken in dieser schweren Zeit nicht immer auf das Buch fokussiert. Verständlich – aber zum Glück kam durch die Unterstützung vieler ein tolles Buch dabei heraus!

Und ich freue mich jetzt bereits auf das nächste. Ihr merkt: ein klarer Lesetipp!

„Tödliche Nachbarschaft“ von Viceca Sten, erschienen 2016 bei Kiepenheuer & Witsch.

 

Entdeckertour Hamburg: Eppendorf & Hoheluft

Kaffee | schokotexte.de

In Hamburg bin ich geboren und aufgewachsen, absolvierte meine Ausbildung hier und besuchte die Uni. Zwar lebe ich am Stadtrand, Hamburg an sich ist aber gefühlt meine Heimat.

Und trotzdem kenne ich Stadtteile wie Ottensen, Eimsbüttel oder Winterhude eben nicht wie meine Westentasche. Zumal sich ab und zu ja auch etwas ändert.

Der Mann und ich nehmen uns deshalb alle paar Wochen einen Sonnabend Zeit, um Stadtteile zu durchstreifen: unsere Entdeckertour! Zum Glück liebt er es ebenso wie ich, kleine Läden zu durchstöbern und Cafés auszuprobieren – und das machen wir dann auch!

Gestern starteten wir an der Hoheluftbrücke und bummelten am Lehmweg entlang bis zum Eppendorfer Markt. Schnell stellten wir fest, dass leider viele Geschäfte noch im „Winterschlaf“ lagen und erst nächste Woche wieder öffnen würden. Nun ja, Künstlerpech…

Immerhin hatte EdenLiving an der Klosterallee geöffnet, ein schöner Einrichtungsladen. Falls ich mal dringend neue Möbel brauche, komme ich wieder! 😉 Den nächsten Stopp legten wir bei Jussi ein, dem skandinavischen Krimi-Buch-Café. Neben einer tollen Auswahl an skandinavischen Autoren (auf deutsch) kann man hier auch noch sehr nett sitzen und selbstgebackene Kuchen essen. Ebenso liebe ich das französische Café Metropolitain (hier gibt’s Macarons!) in der Hegestraße sowie das Petit Café (toller selbstgebackener Blechkuchen!), ebenso in der Hegestraße. Continue reading Entdeckertour Hamburg: Eppendorf & Hoheluft